Winter-Impressionen aus dem Jura

In jüngeren Jahren habe ich den Winter immer gehasst. Das Wetter war mir einfach viel zu kalt und zu nass. Heute weiss ich, dass ich nur schlecht ausgerüstet war – mit richtig warmer Kleidung sieht der kälteste Winter ganz anders aus. So können sich Einstellungen im Laufe der Zeit ändern.

Farben in der Schweizer Landschaft
Die Schweizer Landschaft ist zu einem grossen Teil des Jahres hauptsächlich grün, grün in vielen verschiedenen Nuancen. Nichts gegen grün, es ist eine schöne Farbe, die ich gerne habe und die beruhigend wirkt. Goethe soll ja bekanntlich sein Arbeitszimmer grün gestrichen haben. Und für Wüstenbewohner ist grün natürlich ein sehr seltener und begehrter Anblick. Aber in unseren grünen Industrie-Wiesen im Flachland fehlen leider die vielen wilden Blumen und damit die Farbtupfer, die früher überall zu finden waren. So richtig bunt ist es nur noch auf ungedüngten Wildwiesen in den Bergen. Aber neben grün existieren auch noch andere Farben, zum Beispiel rot oder orange. Diese sind in unserer Landschaft leider nicht sehr häufig anzutreffen. Ich denke da vor allem an rote Felsen, orange Sanddünen oder rote Häuser wie in Skandinavien, die einen schönen Kontrast zur grünen Umgebung oder zum blauem Himmel ergeben. Auch bei schlechtem Wetter ist so wenigstens immer etwas Farbe im Bild.

Farben im Winter
Im Winter sieht es anders aus: Wenn kein Schnee fällt ist in der Schweiz alles farblos, dunkel und grau. Am besten gelingen jetzt Schwarz/Weiss-Fotos oder Nachtaufnahmen von farbigen Beleuchtungen. Richtig schön wird es erst, wenn reichlich Schnee fällt: alles hässliche wird unter einer zarten weissen Decke versteckt. Ausserdem reflektiert Schnee Licht und dadurch ist es auch in der Dämmerung oder bei Nebel viel heller als ohne Schnee. Interessanterweise wird mir Schnee oder Nebel nicht so rasch langweilig wie grün, obwohl neben dem blauen Himmel fast nur weisse Töne in der Landschaft zu finden sind und man farbliche Akzente selber setzen muss, zum Beispiel durch Kleidung.

Schnee im Jura
Als ideales Fortbewegungsmittel haben sich im Jura Schneeschuhe erwiesen, da es praktisch keine Lawinengefahr gibt und zahlreiche präparierte und attraktive Tracks existieren. Während der Woche kann es auf Wanderungen einsam werden, da hier nie viele Leute zu Fuss unterwegs sind. Für mich eine Situation, die ich sehr schätze, weil man die Natur ungestört geniessen kann. Wichtig dabei ist, die vorbereiteten Wege nicht zu verlassen, siehe Hinweise unter: https://www.respecter-cest-proteger.ch/. Häufig sieht man Wild-Spuren, z.B. von Vögeln, Füchsen, Rehen oder Hasen. Der Wind formt den Schnee an den exponierten Stellen analog zum Sand in der Wüste. Die Muster von Sand und Schnee sehen genau gleich aus, vergleiche die Strukturen auf dem Titelbild. Besonders schön finde ich die grossen verschneiten Bäume. Obwohl ich blauen Himmel sehr gerne mag und auch gerne fotografiere, bevorzuge ich doch in letzter Zeit immer mehr den Nebel oder sogar den Schneefall. Die Stimmung ist nochmals ruhiger als bei schönem Wetter und man spürt den Plus der Natur besser. Der grösste Vorteil von Nebel ist aber, dass die Sicht stark eingeschränkt wird und unvorteilhafte Landschaften und Hintergründe automatisch versteckt werden.

Die folgenden Bilder stammen von mehreren Schneeschuh-Touren im Neuenburger-Jura bei verschiedenen Wetterbedingungen.

 
Schnee im Jura mit Nebelmeer
Schnee mit Nebelmeer über dem Mittelland

 
Schneeschuh-Trail im Jura
Schneeschuh-Trail im Jura
 
Winterwald im Jura
Winterwald
 
ruhig und weiss
 
allein im Hang
 
Jura-Schneelandschaft
Jura-Schneelandschaft
 
kurz vor dem Whiteout im Jura
kurz vor dem “White-out” im Jura
 
verschneite Tannen
 
Wintertraum
Wintertraum
 
auch Hunde dürfen mit auf die Tour
 
fast wie eine hohle Gasse
 
auf Schneeschuhen zwischen Tannen
auf Schneeschuhen zwischen Tannen
 
Schnee im Jura mit verschneiten Bäumen
Schnee mit verschneiten Bäumen
 

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