Rollendruck mit dem Epson SureColor P800

Von allen möglichen Papierformaten hat das Panoramaformat für mich den grössten Reiz: es ist so langweilig, alle Bilder im gleichen Seitenverhältnis auszudrucken und zu präsentieren. Auch wenn das Aufnahmeformat in der Regel 2:3 oder 3:4 sein dürfte, kann man daraus Bilder in allen möglichen Formaten erstellen, also auch quadratische (1:1) oder verschiedene Panoramaformate. In der Vergangenheit waren Panoramas auf 17“-Druckern nicht einfach zu realisieren, weil keine Rollenhalterungen für diese Drucker angeboten wurden. Man musste sich mit selber definierten Formaten behelfen, die dann manuell ab Rolle zugeschnitten wurden. Regelmässig gab es dabei Probleme mit der Planlage und die Bögen wurden vom Drucker entweder gar nicht oder schräg eingezogen. Sehr unbefriedigend und wegen dem anfallenden Ausschuss auch teuer. Für den SureColor P800 bietet Epson erstmals eine professionelle Rollenhalterung für einen A2-Drucker an. Sie ist massiv aus Metall gefertigt und kostet zwischen Fr. 250-300 Aufpreis.

 

Rollendruck mit Epson SureColor P800
Rollendruck mit Epson SureColor P800

 

 

Rollenhalterung für Epson SureColor P800
Rollenhalterung für Epson SureColor P800

 

 

Rollenhalterung für Epson SureColor P800
Spindel für Rollenhaltung sowie 17″-Rolle Ilford-Papier

 

Interessanterweise ist beim Rollendruck die maximale Druckbreite noch gut einen Zentimeter grösser als beim Einzelbogen A2, nämlich exakt 17 Zoll oder 43,2 cm. Wenn die Rolleneinheit installiert ist, erhöht sich der Abstand zur Wand um ca. 30 cm. Wer nicht verschwenderisch viel Platz hat, deinstalliert die Halterung nach dem Druck also besser wieder.

 

Handhabung
Vor dem ersten Druck lohnt es sich, die Anleitung für den Rollendruck im Handbuch zu lesen, damit die Vorgehensweise und die einzelnen Schritte klar sind. Die Halterung selbst ist schnell montiert: hinten einklicken und unten zwei Schrauben anziehen. Die einzige nennenswerte Schwierigkeit, die aus meiner Sicht beim Rollendruck auftauchen kann ist, dass das Papier nicht eingezogen wird. Mögliche Gründe dafür werden auf dem Display des Druckers angezeigt: die Papierecken haben keine 90°-Winkel und das Papier liegt nicht plan. Wenn diese Punkte ggf. korrigiert sind, muss das Papier ziemlich weit von Hand in den Drucker hinein geschoben werden, damit es erkannt und dann korrekt eingezogen wird.

Je kleiner der Vorrat auf der Papierrolle wird, desto mehr rollt sich das Papier zusammen und wölbt sich stark. Dagegen Abhilfe kann man mit einem De-Roller der Firma Aztek schaffen. Es handelt sich um eine Plastikrolle, in die gewölbte Prints eingelegt werden können um eine Planlage zu erreichen. Ursprünglich gekauft um selbst geschnittene Formate für den Epson Stylus Pro 3800 zu glätten, leistet dieser De-Roller auch beim aktuellen Printer wertvolle Dienste, vor allem vor der Montage in einen Rahmen aber auch, wenn die einzuschiebende Kante nicht flach liegt. Es versteht sich von selbst, dass vor Benutzung des De-Rollers der Druck mind. 24 Stunden getrocknet wird.

 

De-Roller mit gewölbtem Papier
De-Roller mit gewölbtem Papier

 

De-Roller
De-Roller mit Print entgegen der Wölbung gerollt

 

 

flach liegender Print

 

Epson SureColor P800: Display
Epson SureColor P800: Display

 

Das Benutzerhandbuch definiert die maximale Drucklänge, die im Druckertreiber eingestellt werden kann mit 15000 mm, d.h. mehr als die ganze Länge einer 12m-Rolle, was für die meisten Anwendungen mehr als lang genug sein dürfte. Ich empfinde ein Seitenverhältnis von ungefähr 1:3 als sehr angenehm. Der abgebildete Ausdruck des Farns hat eine Grösse von 32 x 91 cm in einem Rahmen von 50 x 110 cm.

Übrigens sind auch 17“-Rollen mit Canvas-Material lieferbar. Wer gerne Leinwände auf Keilrahmen spannt, sollte das unbedingt ausprobieren. Allerdings schrumpft die nutzbare Breite wegen dem Überspann auf dem Rahmen auf max. 35 cm.

Auf Wunsch druckt der Printer am Schluss eine feine Linie quer über das Papier, damit man den Ausdruck mit einem Cutter oder einer Schere sauber abschneiden kann. Wie erwähnt, ist die 90°-Winkelung der Ecken für den nächsten Print sehr wichtig.

Wer gerne selber druckt, dem sei auch der folgende Beitrag empfohlen: https://natur-photographie.ch/2016/10/14/fine-art-print-eine-definition/

 

 

Fertiger Print
Fertiger Print an der Wand

 

 

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